Mandantenbrief Oktober 2011

Bereits im Jahr 2009 hatte der Bundesfinanzhof entschieden, dass Aufwendungen für ein Erststudium als Werbungskosten absetzbar sind, wenn dem Erststudium eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgegangen ist. Jetzt legten die Richter nach und urteilten, dass auch die Kosten für das Erststudium im Anschluss an den Schulabschluss (Abitur) sowie für eine erstmalige Berufsausbildung Werbungskosten und keine Sonderausgaben sind.
 

Unternehmer dürfte eine steuerzahlerfreundliche Entscheidung des Bundesfinanzhofs interessieren, wonach der steuermindernde Investitionsabzugsbetrag auch dann geltend gemacht werden kann, wenn die Investition im Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung bereits erfolgt ist. Darüber hinaus ist das Nachweiserfordernis in zeitlicher Hinsicht nicht an den Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung gebunden, sodass bereits eingereichte Unterlagen im Einspruchs- bzw. Klageverfahren noch vervollständigt werden können.
 

Für Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, dass die reine Softwareüberlassung für private Zwecke lohnsteuerpflichtig ist. Eine Steuerbefreiung greift indes, wenn die Software zusätzlich zu einem betrieblichen Personalcomputer überlassen wird.
 

Arbeitnehmer können maximal eine regelmäßige Arbeitsstätte haben. Unter Änderung seiner bisherigen Rechtsprechung hat der Bundesfinanzhof damit das Reisekostenrecht in vielen Fällen vereinfacht.
 

Eltern sollten beachten, dass die Familienkassen vom Bundeszentralamt für Steuern angewiesen wurden, offene Kindergeldanträge, die sich auf den Bundesfreiwilligendienst oder den internationalen Jugendfreiwilligendienst beziehen, von der Bearbeitung zurückzustellen, bis das parlamentarische Verfahren zum Beitreibungsrichtlinie-Umsetzungsgesetz abgeschlossen ist. Drängen die Eltern auf eine vorgezogene Bearbeitung, führt dies zu einem Ablehnungsbescheid, der nach Ablauf der Einspruchsfrist nicht mehr geändert werden kann. Insoweit sollten Eltern abwarten und ihre Anträge zurückstellen lassen.
 

Aber auch in anderen Bereichen des Steuerrechts haben sich interessante Neuerungen ergeben, die Sie dem Inhaltsverzeichnis des Mandantenbriefes entnehmen können.

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